Adipositas und Gewichtsabnahme

Adipositas (Fettleibigkeit) und Übergewicht gehen mit vielen Gesundheitsproblemen einher.

von Fatburner
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Titelbild Adipositas

Menschen mit Adipositas oder Übergewicht haben ein erhöhtes Risiko für verschiedene Gesundheitsprobleme. Dazu gehören Krebs, Diabetes und Herzkrankheiten. Schon eine geringe Gewichtsabnahme kann dazu beitragen, das erhöhte Gesundheitsrisiko zu verringern. Die besten Chancen, abzunehmen und das Gewicht zu halten, bieten sich durch eine Änderung des Lebensstils. Dies schließt eine gesunde Ernährung und regelmäßige körperliche Bewegung ein.

Adipositas ist der medizinische Fachbegriff für starkes Übergewicht oder Fettleibigkeit. Wenn man fettleibig oder übergewichtig ist, hat man zu viel Körperfett. Übergewicht und Adipositas sind nicht nur ein ästhetisches Problem. Mit der Zeit steigt das Risiko, verschiedene gesundheitliche Probleme zu entwickeln. Erwachsene können herausfinden, ob sie übergewichtig oder fettleibig sind, indem sie ihren Body-Mass-Index (BMI) berechnen und ihren Taillenumfang messen.

Der BMI berücksichtigt sowohl das Gewicht als auch die Körpergröße und kann einen groben Anhaltspunkt darüber geben, ob jemand übergewichtig oder fettleibig ist. Allerdings sollte beachtet werden, dass der BMI seine Grenzen hat. Menschen haben unterschiedliche Körperformen und Muskelmasse, die nicht in dieser einfachen Berechnung erfasst werden. Daher ist es wichtig, den BMI als eine von vielen Messgrößen zu betrachten und nicht als alleiniges Kriterium.

Ein weiterer wichtiger Indikator für die Gesundheit in Bezug auf das Körpergewicht ist der Taillenumfang. Ein zu großer Taillenumfang kann auf das Vorhandensein von zu viel Bauchfett hinweisen, was ein Risikofaktor für viele gesundheitliche Probleme ist, einschließlich Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes.

Der BMI als Maßstab für Adipositas

Der BMI wird verwendet, um zu beurteilen, ob das Gewicht einer Person ein Gesundheitsrisiko darstellt. Er gibt das Verhältnis von Körpergewicht zu Körpergröße an. Zur Berechnung des BMI wird das Körpergewicht durch das Quadrat der Körpergröße geteilt. Eine Person, die 70 kg wiegt und 1,75 m groß ist, hat demnach einen BMI von 70 : (1,75 x 1,75), also 22,86.

Die „Gewichtsklassen“ sind in folgende Kategorien unterteilt:

  • Normalgewicht: BMI 18,5–24,99
  • Präadipositas: BMI 25–29,99
  • Adipositas Grad I: BMI 30-34,99
  • Adipositas Grad II: BMI 35–39,99
  • Adipositas Grad III: BMI ab 40

Je höher der BMI ist, desto größer ist das Risiko für die Gesundheit. Fettleibige Menschen (Grad III) haben ein ernstes und unmittelbares Gesundheitsrisiko aufgrund ihres Gewichts. Generell steigen die Risiken mit zunehmendem BMI an. Bei Personen mit Übergewicht oder Adipositas Grad I wird auch der Taillenumfang zur Berechnung des Gesundheitsrisikos herangezogen. Im Allgemeinen ist der BMI eine nützliche Schätzung des Körperfettanteils, aber auch nicht mehr als das. Bei sehr muskulösen Personen ist er ungenau, da Muskelmasse schwerer ist als Fett. Daher kann es sein, dass jemand mit hoher Muskelmasse zwar einen relativ hohen BMI hat, aber trotzdem einen gesunden Körperfettanteil hat. Bei Personen asiatischer Herkunft ist das Gesundheitsrisiko bereits bei niedrigeren BMI-Werten erhöht. Zudem wird das Erkrankungsrisiko bei älteren Menschen anders berechnet.

Taillenumfang verrät Risiko für Herz und Kreislauf

Bei Übergewicht kann die Messung des Taillenumfangs zusätzlichen Aufschluss über das Risiko geben, gesundheitliche Probleme zu entwickeln, insbesondere Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes Typ 2. Wenn zwei übergewichtige oder fettleibige Personen den gleichen BMI haben, hat die Person mit dem größeren Taillenumfang ein höheres Risiko, gewichtsbedingte gesundheitliche Probleme zu entwickeln. Es ist zu beachten, dass allein das Vorhandensein von Übergewicht nicht ausreicht, um Gesundheitsrisiken abzuleiten. Vielmehr spielt die Lokalisation des überflüssigen Fettes im Körper eine entscheidende Rolle. Beim „Apfeltyp“ mit Fettansammlungen um die Taille herum sind die gesundheitlichen Auswirkungen gravierender als beim „Birnentyp“ mit Fettansammlungen an den Hüften und Oberschenkeln. Am einfachsten misst man den Taillenumfang, indem man das Maßband in Höhe des Bauchnabels um die Taille legt.

Als Faustregel für Männer gilt:

  • Ab einem Taillenumfang von 94 cm besteht ein erhöhtes Gesundheitsrisiko.
  • Bei einem Taillenumfang von 102 cm oder mehr ist das Risiko noch höher.

Als Faustregel für Frauen gilt:

  • Bei einem Taillenumfang von 80 cm oder mehr ist das Gesundheitsrisiko erhöht.
  • Bei einem Taillenumfang von 88 cm oder mehr ist das Risiko noch höher.

Bei Menschen, die übergewichtig oder fettleibig (Grad I) sind, wird der Taillenumfang zusammen mit dem BMI bei der Bewertung des Gesundheitsrisikos berücksichtigt. Bei einen sehr hohen Taillenumfang kann das Gesundheitsrisiko auch bei einem niedrigeren Adipositasgrad sehr hoch sein. Wenn zusätzlich Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte oder eine koronare Herzkrankheit vorliegen, ist das Risiko noch höher. Eine Gewichtsabnahme ist dann umso wichtiger.

Folgeerkrankungen bei Adipositas

Fettleibige und übergewichtige Menschen fühlen sich oft müde und antriebslos. Häufig entwickeln sie Atemprobleme wie Kurzatmigkeit bei körperlicher Anstrengung und neigen zu vermehrtem Schwitzen. Wenn Hautfalten aneinander reiben, kann es zu Hautreizungen kommen. Außerdem haben sie oft Schlafstörungen, schnarchen oder klagen über Rücken- und Gelenkschmerzen. Sie haben auch ein erhöhtes Risiko für eine Reihe von Gesundheitsproblemen:

  • Gestörte Glukosetoleranz (Prädiabetes)
  • Typ-2-Diabetes
  • Erhöhte Cholesterin- oder Triglyzeridwerte
  • Bluthochdruck
  • Koronare Herzkrankheit
  • Schlaganfall
  • Schlafapnoe
  • Fertilitätsstörungen
  • Polyzystisches Ovarialsyndrom
  • Komplikationen in der Schwangerschaft
  • Belastungsinkontinenz
  • Gallensteine
  • Sodbrennen
  • Viele Krebsarten, darunter Nieren-, Dickdarm-, Brust- und Gebärmutterkrebs
  • Gicht
  • Fettleber
  • Chronische Nierenerkrankung
  • Erektionsstörungen
  • Asthma

Viele Menschen entwickeln aufgrund von Übergewicht oder Adipositas psychische Probleme. Dazu gehören beispielsweise ein geringes Selbstwertgefühl, Unzufriedenheit mit dem eigenen Aussehen (schlechtes Selbstbild), geringes Selbstvertrauen und Gefühle der Isolation. Diese Gefühle können die Beziehungen zu Familienmitgliedern und Freunden beeinträchtigen und, wenn sie schwerwiegend sind, zu Depressionen führen.

Adipositas wirkt sich auch auf die Lebenserwartung aus: Die Wahrscheinlichkeit, in jüngeren Jahren zu sterben, ist größer. Eine Analyse aller relevanten Studien aus dem Jahr 2014 ergab, dass die Wahrscheinlichkeit, vorzeitig zu sterben, bei einem BMI von 35 oder mehr deutlich erhöht ist. Eine andere Analyse ergab, dass Frauen mit einem BMI von 30 oder mehr im Alter von 40 Jahren um 7,1 Jahre früher sterben als der Durchschnitt. Ein 40-jähriger Mann mit einem BMI von 30 oder mehr hat eine um 5,8 Jahre verkürzte Lebenserwartung. Rauchen verkürzt die Lebenserwartung zusätzlich.

Ursachen von Adipositas

Auf den ersten Blick scheint es ganz einfach zu sein: Das Körpergewicht hängt davon ab, wie viel Energie man in Form von Nahrung und Getränken zu sich nimmt und wie viel Energie der Körper verbraucht. Wenn die aufgenommene Kalorienmenge der Energiemenge entspricht, die der Körper verbraucht, bleibt das Gewicht stabil. Nimmt man mehr Kalorien zu sich als man verbraucht, nimmt man zu. Wer weniger Kalorien zu sich nimmt als er verbraucht, nimmt ab. Um die zusätzlich benötigte Energie zu erhalten, muss der Körper auf seine Fettreserven zurückgreifen. Simples Kalorienzählen und eine entsprechende Anpassung der Nahrungsmenge sollten also in der Theorie ausreichend sein, um das Körpergewicht zu kontrollieren.

Die Forschung zeigt jedoch, dass es viele komplexe Mechanismen im Körper gibt, die ineinander greifen, um das Körpergewicht konstant zu halten. Dafür gibt es zahlreiche Beispiele: Wer weniger isst, neigt manchmal dazu, weniger aktiv zu sein. Wenn man Sport treibt, hat man danach mehr Hunger und isst mehr. Sport macht aber müde, so dass der Körper danach weniger Energie verbraucht. Je mehr Kalorien man zu sich nimmt, desto mehr Energie verbraucht der Körper. Wer mehr isst, kann unter Umständen aktiver sein. Der Körper passt also seinen Energieverbrauch an die aufgenommene Kalorienmenge an.

Bei der Entstehung von Übergewicht scheint die Tatsache eine Rolle zu spielen, dass bestimmte Nahrungsmittel diese natürlichen Rückkopplungsmechanismen zur Aufrechterhaltung des Körpergewichts leicht außer Kraft setzen können. Zucker- und fettreiche Lebensmittel schmecken gut und bereiten uns Vergnügen. Da sie das Belohnungszentrum im Gehirn stimulieren, können sie diese Kontrollmechanismen besonders leicht außer Kraft setzen.

Ernährung und Getränke

Lebensmittel lassen sich grob in drei Gruppen einteilen: Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate. Natürliche Kohlenhydrate kommen hauptsächlich in Obst, Gemüse, Bohnen, Getreide und Milch vor. Raffinierte Kohlenhydrate sind Kohlenhydrate, die in irgendeiner Weise verarbeitet wurden, wie zum Beispiel Haushaltszucker (Saccharose), Maissirup mit hohem Fructosegehalt (in vielen verarbeiteten Lebensmitteln), Weißmehl und Nudeln. Fette sind unter anderem in Fleisch, fettem Fisch, Butter, Käse und pflanzlichen Ölen enthalten. Eiweiß ist in großen Mengen in Fleisch, Fisch, Eiern, Bohnen, Nüssen und Fleischersatzprodukten zu finden.

Raffinierte Kohlenhydrate, Fruktose und zuckergesüßte Getränke werden mit einem geringen Sättigungsgefühl, Schwierigkeiten bei der Appetitkontrolle und einem Mangel an überschüssiger Energie zum Ausgleich der zusätzlich aufgenommenen Kalorien in Verbindung gebracht.

Die meisten Menschen in Deutschland haben zu fast jeder Tages- und Nachtzeit Zugang zu leckerem Essen. Viele der Lebensmittel, die die Menschen essen, sind kalorienreich (vor allem fett- und zuckerhaltige Lebensmittel). Obwohl der Körper ein Sättigungsgefühl vermittelt, wenn man genug gegessen hat, kann man dieses Gefühl leicht ignorieren, wenn man leckeres Essen genießt. Außerdem sind die Portionsgrößen von Lebensmitteln im Allgemeinen größer geworden.

In den letzten Jahren hat sich auch der Trend zum Auswärtsessen verstärkt. Wenn man auswärts isst, ist es wahrscheinlicher, dass man Lebensmittel mit einer höheren Energiedichte zu sich nimmt als zu Hause. Auch das Angebot an verarbeiteten Lebensmitteln und Fertiggerichten hat zugenommen, um unserem hektischen Lebensstil gerecht zu werden. Auch diese Lebensmittel haben oft einen hohen Energiegehalt. Aber auch gesunde Lebensmittel enthalten Kalorien und können die Energiebilanz verschlechtern, wenn man zu viel davon isst.

Wichtig ist auch, was man trinkt. Alkohol und zuckerhaltige Getränke enthalten viele Kalorien. Sogar frische Fruchtsäfte, die man eigentlich für gesund hält, können zur Gewichtszunahme beitragen. Vermutlich liegt das daran, dass der Zucker schnell freigesetzt wird, da die in den Früchten enthaltenen Ballaststoffe beim Entsaften zerstört werden.

Bewegungsmangel

„Sitzen ist das neue Rauchen“ heißt es gemeinhin, wenn man auf die gesundheitlichen Auswirkungen von Bewegungsmangel hinweisen will. Die meisten Menschen in Deutschland bewegen sich zu wenig. Immer weniger Menschen üben heute einen Beruf aus, der mit körperlicher Anstrengung verbunden ist. Die große Anzahl an arbeitssparenden Geräten und Gadgets in den meisten Haushalten und die übermäßige Nutzung von Autos führen dazu, dass die meisten Menschen viel weniger Energie verbrauchen als frühere Generationen. Zudem verbringt der Durchschnittsdeutsche einen beträchtlichen Teil seiner Freizeit vor dem Fernseher.

Man geht davon aus, dass der Mangel an körperlicher Aktivität bei vielen Menschen eine der Hauptursachen für die Zunahme der Fettleibigkeit in den letzten Jahren ist. Es besteht kein Zweifel daran, dass körperliche Aktivität gesund ist und unter anderem das Risiko von Demenz, Herzerkrankungen und Schlaganfällen senkt. Selbst wenn es einer Person, die unter Bewegungsmangel leidet, gelingt, ihr Körpergewicht durch Diäten niedrig zu halten, ist dies noch keine Garantie für eine gute Gesundheit.

Genetische und medizinische Ursachen für Adipositas

Die Wahrscheinlichkeit, fettleibig zu werden, ist größer, wenn ein Elternteil oder beide Elternteile fettleibig sind. Das kann zum Teil daran liegen, dass man von seinen Eltern schlechte Essgewohnheiten gelernt hat. Manche Menschen haben aber auch eine Veranlagung in ihren Genen, die sie zu Übergewicht neigen lässt. Bei ihnen ist also ein Teil des Problems genetisch bedingt. Man weiß noch nicht genau, wie dieser genetische Faktor funktioniert. Er könnte etwas mit der Steuerung des Appetits zu tun haben. Wenn wir essen, senden bestimmte Hormone und Neurotransmitter Botschaften an Teile des Gehirns, um zu signalisieren, dass wir satt sind. Bei manchen Menschen ist diese Steuerung des Appetits und des Sättigungsgefühls gestört oder funktioniert nicht so gut wie bei anderen.

Wer eine erbliche Veranlagung zum Überessen hat, muss jedoch nicht zwangsläufig übergewichtig oder fettleibig werden. Man kann die Macht des Appetits kennenlernen und versuchen, ihm zu widerstehen und seine gesunden Essgewohnheiten konsequent einzuhalten. Aber wahrscheinlich werden die meisten dieser Menschen zeit ihres Lebens mit ihrem Gewicht zu kämpfen haben, weil es ihnen deutlich schwerer fällt, abzunehmen oder wenigstens nicht weiter zuzunehmen. Wissenschaftler haben damit begonnen, Gene zu identifizieren, die möglicherweise an Fettleibigkeit beteiligt sind. Dies könnte in Zukunft bei der Suche nach wirksamen Behandlungsmethoden helfen.

Nur sehr wenige Menschen haben eine „medizinische“ Ursache für ihr Übergewicht. So können beispielsweise Erkrankungen wie das Cushing-Syndrom oder eine Schilddrüsenunterfunktion zu einer Gewichtszunahme führen, wenn sie nicht behandelt werden. Auch Frauen mit polyzystischem Ovarialsyndrom können übergewichtig sein. Bei bestimmten Medikamenten wie Steroiden, einigen Antidepressiva, einigen Epilepsie- und Diabetesmedikamenten sowie bei der Antibabypille ist die Gewichtszunahme eine bekannte Nebenwirkung. Wenn man mit dem Rauchen aufhört, nimmt oft der Appetit zu, was ebenfalls zu einer Gewichtszunahme führen kann. Auch Menschen mit depressiven Verstimmungen neigen dazu, mehr energiereiche Nahrungsmittel zu sich zu nehmen, was zu einer Gewichtszunahme führen kann.

Vorteile einer Gewichtsabnahme

Wie sehr sich die Lebensqualität verbessert, wenn man etwas abnimmt, ist schwer zu messen. Viele Menschen fühlen sich besser und haben mehr Energie. Manche bemerken auch eine Verbesserung ihres Selbstwertgefühls. Eine Gewichtsabnahme hat aber auch klare gesundheitliche Vorteile. Wie bereits erwähnt, treten viele Krankheiten bei fettleibigen und übergewichtigen Menschen häufiger auf, und die Wahrscheinlichkeit, daran zu erkranken, ist geringer, wenn man abnimmt.

Bei einem BMI zwischen 25 und 35 kann ein großer Teil der gesundheitlichen Vorteile bereits durch eine Gewichtsabnahme von 5-10 % erreicht werden. Die Wahrscheinlichkeit, eine der oben genannten Krankheiten zu entwickeln, ist dann wesentlich geringer. Bestehen bereits Probleme wie Bluthochdruck, hoher Cholesterinspiegel, Arthrose oder Diabetes, werden sich diese wahrscheinlich verbessern. Wer Medikamente gegen diese Probleme einnimmt, kann möglicherweise mit einer geringeren Dosis auskommen. Das Risiko, vorzeitig zu sterben, ist geringer. Das liegt vor allem daran, dass Herzkrankheiten, Schlaganfälle, Diabetes oder Krebs, die durch Übergewicht verursacht werden, nach einer dauerhaften Gewichtsabnahme deutlich seltener auftreten. Bei einem BMI über 35 ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass bereits gesundheitliche Probleme im Zusammenhang mit Übergewicht bestehen. Diese Menschen müssen wahrscheinlich zwischen 15 und 20 % ihres Ausgangsgewichts verlieren, um nachhaltige Verbesserungen zu erzielen.

Wie nimmt man am besten ab?

Manche Menschen nehmen für kurze Zeit ab, kehren dann aber wieder zu ihren alten Essgewohnheiten zurück und das Gewicht steigt erneut. Um das Gewicht zu halten, ist eine lebenslange Änderung des Lebensstils erforderlich. Dies beinhaltet nicht nur die Art der Lebensmittel und Getränke, sondern auch wie man isst und wie viel man sich bewegt.

Kein Abnehmprogramm funktioniert, wenn man nicht wirklich abnehmen will. Der Wille und die Motivation müssen vorhanden sein. Es ist hilfreich, genau zu wissen, wie viel man gerade isst. Am besten ist es, ein detailliertes Tagebuch darüber zu führen. Es ist besser, nicht zu schnell abzunehmen. Das Ziel sollte sein, durchschnittlich 0,5 bis 1 kg pro Woche zu verlieren. Es ist wichtig, sich ein klares und realistisches Ziel für die Gewichtsabnahme zu setzen. In den meisten Fällen kommen bereits die ersten 5-10 % des Gewichtsverlusts der Gesundheit zugute.

Spezielle Diäten helfen meistens nicht, sondern die Umstellung auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung – und zwar für immer. Viele Menschen trinken zuckerhaltige Getränke, um ihren Durst zu löschen. Diese enthalten viele Kalorien. Eine der einfachsten Möglichkeiten, Kalorien zu sparen, besteht darin, Wasser zum Hauptgetränk zu machen.

Erwachsene sollten sich zweieinhalb Stunden pro Woche körperlich betätigen. Eine Möglichkeit besteht darin, fünfmal pro Woche jeweils 30 Minuten eine mäßig anstrengende körperliche Aktivität durchzuführen. Darüber hinaus ist es wichtig, die Kalorienverbrennung  im Alltag zu erhöhen: Treppe statt Fahrstuhl nehmen, das Auto weiter entfernt parken oder öfter zu Fuß gehen. Es ist hilfreich, ein Ernährungstagebuch zu führen und sich wöchentlich zu wiegen. Kurzfristige Rückschläge sollten keine Enttäuschung sein. Entscheidend ist das Gesamtbild über mehrere Monate. Manche Menschen schaffen es ohne Hilfe, andere benötigen Unterstützung. Passende Angebote sind allerorts zu finden und es ist keine Schande, sie in Anspruch zu nehmen.

Medizinische Behandlung von Adipositas

Wer sich Sorgen über gewichtsbedingte Gesundheitsprobleme macht, sollte sie dies mit einem Arzt oder einer Ärztin besprechen. Zum Beispiel lässt sich zunächst prüfen, ob Symptome einer koronaren Herzkrankheit vorliegen, wie Brustschmerzen, insbesondere bei körperlicher Anstrengung. Auch nach Anzeichen von Arthrose wie Rücken- oder Gelenkschmerzen oder nach Symptomen von Schlafapnoe könnte gefragt werden. Schlafapnoe ist eine Störung des Atemmusters während des Schlafs, die mit Übergewicht im Bereich von Brust, Hals und Atemwegen in Verbindung stehen kann. Weitere typische Untersuchungen sind:

  • Blutuntersuchung zur Überprüfung auf Typ-2-Diabetes
  • Bluttest zur Bestimmung von Cholesterin- und Triglyceridspiegeln
  • Messung des Blutdrucks

Manchmal werden auch andere Bluttests empfohlen, um zum Beispiel nach Problemen wie Schilddrüsenunterfunktion oder Lebererkrankungen zu suchen. Es ist erwähnenswert, dass Übergewicht oder Fettleibigkeit oft mit psychischen Problemen einhergehen können. Bei einer ärztlichen Untersuchung werde daher auch oft Fragen gestellt, um Anzeichen solcher Probleme zu erkennen.

Medikamente und chirurgische Eingriffe gegen Adipositas

Medikamente, die bei der Gewichtsabnahme helfen, können für manche Menschen, die abnehmen wollen, eine Option sein. In jüngster Zeit hat die „Fett-weg-Spritze“ Wegovy für Aufsehen gesorgt. Auch der altbekannte Fettblocker Orlistat (Xenical) hat nach wie vor seine Berechtigung. Allerdings gibt es keine Wundermittel. Lebensstiländerungen zur Verbesserung der Ernährung und zur Steigerung der körperlichen Aktivität bleiben bei aller pharmakologischen Unterstützung nach wie vor ein Schlüsselfaktor.

Auch ein chirurgischer Eingriff, zum Beispiel eine Magenverkleinerung oder ein Magenband, kann eine Option sein. Diese Möglichkeiten kommen vor allem dann in Frage, wenn man an Diabetes Typ 2 leidet. Chirurgischer Eingriff werden jedoch in der Regel nur dann vorgeschlagen, wenn bereits andere Methoden zur Gewichtsabnahme (Diät, mehr Bewegung und Medikamente) erfolglos waren. Chirurgische Eingriffe führen in der Regel zu sehr guten Ergebnissen, und die meisten Menschen nehmen tatsächlich deutlich ab. Allerdings handelt es sich dabei um umfangreiche Operationen, die zahlreiche Risiken beinhalten und auch nicht für jeden Patienten und jede Patientin gleichermaßen geeignet sind.

 

Übergewicht und Adipositas in Deutschland

Gemäß Angaben des Robert-Koch-Instituts aus den Jahren 2019/2020 leiden in Deutschland 46,6 % der Frauen und 60,5 % der Männer an Übergewicht, einschließlich Adipositas. Fast 19% der Erwachsenen sind adipös. Mit zunehmendem Alter steigt die Häufigkeit von Übergewicht und Adipositas. Die volkswirtschaftlichen Gesamtkosten von Adipositas, die sowohl direkte als auch indirekte Ausgaben einschließen, betragen laut Schätzungen der Universität Hamburg rund 63 Milliarden Euro jährlich. Von diesen Kosten entfallen 29 Milliarden Euro auf direkte Ausgaben und 34 Milliarden Euro auf indirekte Ausgaben.

Die direkten Ausgaben sind der  offensichtlichste Kostenfaktor. Übergewicht und Adipositas sind Risikofaktoren für eine Vielzahl von Gesundheitsproblemen wie Diabetes, Herzkrankheiten, Schlaganfälle, bestimmte Krebsarten und mehr. Die Behandlung dieser Krankheiten erfordert erhebliche Ressourcen im Gesundheitssystem, darunter Arztkonsultationen, Medikamente, Krankenhausaufenthalte und chirurgische Eingriffe. Adipositas kann zudem zu sozialen und psychischen Problemen führen, die zusätzliche Kosten für das Gesundheitssystem und soziale Dienste verursachen. Dazu gehören psychische Gesundheitsprobleme wie Depressionen und soziale Isolation. Die Prävention von Übergewicht und Adipositas erfordert Ressourcen für Gesundheitskampagnen, Bildung und Programme zur Gewichtskontrolle.

Übergewicht und Adipositas können aber aufgrund von gesundheitlichen Problemen auch zu erhöhten Fehlzeiten am Arbeitsplatz führen. Die Betroffenen haben oft eine geringere Arbeitsproduktivität und ein höheres Risiko, vorzeitig aus dem Arbeitsmarkt auszuscheiden. Dies senkt die Produktivität und erhöht die Kosten für Unternehmen. Insgesamt sind die volkswirtschaftlichen Kosten von Übergewicht und Adipositas für Deutschland erheblich und belasten sowohl das Gesundheitssystem als auch die Wirtschaft des Landes. Daher fordern viele Experten, der Prävention und der effektiven Behandlung dieser Gesundheitsprobleme eine höhere Priorität einzuräumen.

Quellen und weitere Informationen zur Adipositas

 

 

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